Elektronische Gesundheitskarte

In allen Bereichen des Lebens tauschen Menschen heute vielfältigste Informationen über das Internet aus. Viele Geschäftsabläufe sind vollständig in die elektronische Welt verlagert worden – sogar unsere Steuererklärung können wir heute elektronisch abgeben. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wird ein weiterer Grundstein für den Einstieg in die Digitalisierung des Gesundheitswesens gelegt. Nach dem Aufbau einer sogenannten Telematikinfrastruktur (TI) sollen zukünftig die meisten Teilnehmer des deutschen Gesundheitswesens, zum Beispiel Patienten, Versicherte, Ärzte, Zahnärzte oder Apotheker miteinander vernetzt werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf den Datenschutz und die Datensicherheit gelegt. Es wird somit möglich sein, gesundheitsbezogene Informationen auf hochsicherem Wege untereinander auszutauschen. Die Vorgaben zum Aufbau der Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen definiert die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik).

Die eGK hat die technisch in die Jahre gekommene Krankenversichertenkarte (KVK) nach und nach vollständig abgelöst. Im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin ist die eGK mit einem Mikroprozessorchip ausgestattet und kann so wesentlich mehr Datenvolumen speichern. Die Karte soll zukünftig neben den gespeicherten Verwaltungsdaten (Name, Adresse, Geburtsdatum, Krankenkasse, Versichertenstatus, etc.) auch den Zugriff auf Notfalldaten, Patientenverfügungen, Therapiemaßnahmen, Organspendeerklärungen, Arzneimitteldokumentationen bis hin zur kompletten elektronischen Patientenakte ermöglichen. Dabei ist es wichtig, dass über jede einzelne Speicherung, Einsicht oder Anwendung medizinischer Daten die Patientin oder der Patient alleine entscheidet.

Auf der Vorderseite der Karte ist ein Lichtbild der versicherten Person aufgebracht. Die neue, lebenslang gültige Krankenversicherungsnummer ist ebenso auf der Vorderseite der Karte enthalten. Auf der Rückseite befindet sich die Europäische Krankenversichertenkarte (European Health Insurance Card – EHIC). Damit können zum Beispiel Urlauber in Europa im medizinischen Notfall problemlos den Versicherungsnachweis erbringen und medizinische Leistungen beanspruchen.

Jeder Versicherte bekommt kostenfrei eine eGK. Kinder unter 15 Jahren und Versicherte, die aus gesundheitlichen Gründen (z. B. schwer Pflegebedürftige) kein Lichtbild abgeben können, bekommen eine Karte ohne Lichtbild ausgestellt.

Die eGK wird den Versicherten kostenfrei zur Verfügung gestellt. Es können lediglich Kosten für die Bereitstellung eines Lichtbildes entstehen. Das Lichtbild ist, wie beim Personalausweis oder Reisepass, vom Versicherten zur Verfügung zu stellen. Die Kosten hierfür werden nicht übernommen.

Gesundheitsdaten sind vertrauliche Informationen. Ihr Schutz hat höchste Priorität. Daher sollen zukünftig auf der eGK die Verwaltungsdaten (Versichertenstammdaten) strikt von den medizinischen Daten getrennt werden. Der Versicherte bestimmt allein, welche Daten gespeichert oder genutzt werden. Zum Auslesen von medizinischen Daten braucht der Arzt immer die Zustimmung des Patienten, die dieser durch Eingabe seiner PIN (persönliche Identifikationsnummer) in das Kartenterminal erteilt. Jeder Versicherte kann seine persönliche PIN frei wählen und bei Bedarf ändern.

Das Lichtbild der versicherten Person auf der Karte erschwert zudem einen Kartenmissbrauch.

Die eGK kann durch die erweiterte Nutzung der medizinischen Daten (Notfalldaten, Patientenverfügungen, Therapiemaßnahmen, Organspendeerklärungen, Arzneimitteldokumentationen bis hin zur kompletten elektronischen Patientenakte)  eine schnellere und bessere Versorgung des Patienten unterstützen. Im Notfall können die Informationen auf der Karte Folgeschäden verhindern oder sogar Leben retten. Noch sind diese weitergehenden Anwendungen in der Entwicklungsphase und Sicherheitsüberprüfung. Erst wenn dieser Prozess abgeschlossen ist, werden die zusätzlichen Funktionen realisiert.

Die Einführung der eGK ist gesetzlich vorgeschrieben. § 291a SGB V ist die gesetzliche Grundlage der Einführung.

Weitere Fragen zur eGK beantwortet Ihnen gerne Ihre Betriebskrankenkasse.