Baden-Württemberg als Vorreiter: Krankenkassen und Kommunen vernetzen sich in der Prävention

Stuttgart, 31. Oktober 2014

Gesundheitspolitische Veranstaltung der B 52-Verbände­kooperation Baden-Württemberg in Stuttgart

Praktiker diskutierten mit Staatssekretärin Annette Widmann-Mauz

„Wir haben als B 52 Verbändekooperation in den vergangenen Jahren in Sachen Prävention hier im Lande viel in Bewegung gebracht; einzeln, gemeinsam und in Kooperation mit Dritten in Betrieben, Schulen und Kommunen. Wir haben dabei eine Vorreiterrolle eingenommen und gelernt, wie sinnvoll es ist, in den Aufbau dauerhafter Strukturen zu investieren“, sagte Albrecht Mayer von der B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg bei der gesundheitspolitischen Veranstaltung der vier Kassenarten BKK, IKK classic, Knappschaft und Ersatzkassen. Deshalb habe man auch den B 52-Förderpreis „Gesunde Kommune“ ins Leben gerufen, der gesundheitsfördernde Aktivitäten der Gemeinden und Städte belohne.

Prof. Dr. Joachim Fischer, Ordinarius für Public Health, Sozial- und Präventivmedizin an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg, zeigte den über 200 Teilnehmern der Veranstaltung eingangs auf, dass Prävention mehr ist als die isolierte Betrachtung medizinischer Risikofaktoren. Auch soziale Einflüsse wie Stress, Einsamkeit oder mangelnde Kommunikation trügen unmittelbar zum Entstehen von Krankheiten bei. Erfolgreiche Prävention müsse deshalb auf die Vernetzung vieler Akteure setzen.

Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, erklärte im Gespräch mit Moderator Dr. Florian Staeck, dass gerade diese Vernetzung ein erklärtes Ziel des angekündigten Präventionsgesetzes sei. Darüber hinaus gehe es um die Definition einheitlicher Präventionsziele und die Sicherstellung von Qualität. Die seit Januar 2014 von den Krankenkassen etablierte Zentrale Prüfstelle Prävention sei ein gutes Beispiel, wie gute Qualität ohne Aufbau zusätzlicher Bürokratie erreicht werden könne. Solche guten Ansätze sollten durch das Präventionsgesetz ebenso wenig zerstört werden, wie vorhandene Präventionsstrukturen in den Ländern und den Krankenkassen. Der Gesetzgeber erwarte jedoch, dass die Vernetzung der Akteure vor Ort durch Landesrahmen­vereinbarungen eine neue Dynamik erfahre.

Welche Erwartungen die handelnden Akteure selbst an das Präventionsgesetz und an die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Prävention und Gesundheitsförderung haben, zeigte sich auf dem Podium: Mit Annette Widmann-Mauz diskutierten Werner Somlai, Bürgermeister von Oberriexingen, Susanne Daiber, Geschäftsführerin der Etiket Schiller GmbH in Plüderhausen und Hugo Schüle, Repräsentant der B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg.

Walter Scheller von der B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg betonte zum Abschluss, dass die Krankenkassen – fasse man alle präventiven Felder zusammen – im Jahr 2011 über 4 Milliarden Euro für die vorbeugende Gesundheitssicherung ausgegeben hätten. Wolle der Gesetzgeber nun mehr Vernetzung in diesem Bereich, könnten dies nicht die Krankenkassen allein finanzieren. Vielmehr müssten auch die anderen Akteure, wie der öffentliche Gesundheitsdienst, die Unfallversicherung, der staatliche und betriebliche Arbeitsschutz, die Sozialpartner und nicht zuletzt die Private Krankenversicherung ihren Beitrag leisten. „Die guten Erfahrungen aus Baden-Württemberg zeigen, dass Vernetzung gelingen kann, dafür ist aber bei allen Beteiligten ein großes Engagement erforderlich“, so Walter Scheller.

Hintergrund:

Zur Arbeitsgemeinschaft B 52-Verbändekooperation Baden-Württemberg gehören der BKK Landesverband Süd, die IKK classic, der Verband der Ersatzkassen Baden-Württemberg und die Knappschaft – Regionaldirektion München. Circa 60 Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg vertrauen diesen Krankenkassen und sind bei diesen versichert.

Die vier Krankenkassenarten bilden seit vielen Jahren eine einzigartige Kooperationsgemeinschaft, die es so nur in Baden-Württemberg gibt und die es sich zum Ziel gesetzt hat, gemeinsame Interessen und politische Positionen abzustimmen und dadurch Effizienzsteigerungen, Synergie­effekte und noch mehr Qualität für die Versicherten und Patienten zu erreichen.

Hinweis an die Redaktion:

Wenn Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner/innen:

  • BKK Landesverband Süd
    Regionaldirektion Baden-Württemberg, Kornwestheim
    Jens Bürger, Telefon: 07154 1316-520
  • IKK classic
    Pressestelle Baden-Württemberg, Ludwigsburg
    Bettina Uhrmann, Telefon: 07141 9404-231
  • Knappschaft
    Regionaldirektion München
    Gisbert Frühauf, Telefon: 089 38175-405
  • Verband der Ersatzkassen (vdek)
    Landesvertretung Baden-Württemberg, Stuttgart
    Frank Winkler, Telefon: 0711 23954-19