Baden-Württemberger im Durchschnitt lediglich 15,4 Tage krank

Stuttgart, 10. Dezember 2014

BKK Statistik zu Fehlzeiten und Krankheitsbildern der Wohn- und Arbeitsbevölkerung in Baden-Württemberg

(BKK LV Süd) – Jährlich stellen die Betriebskrankenkassen ihren Gesundheitsreport vor. Dieser erfasst und analysiert die gesundheitlichen Befunde von 9,3 Mio. BKK Versicherten, von denen wiederum 4,8 Mio. beschäftigt sind. Der Report stellt damit fortlaufend ein repräsentatives Abbild über das Krankheitsgeschehen in deutschen Unternehmen dar.

Nach bundesrepublikanischer Statistik waren im Berichtsjahr 2013 pflichtversicherte BKK Mitglieder im Durchschnitt 17,6 Tage krankgeschrieben. Das entspricht einem Krankenstand von 4,8 Prozent.

Der seit 2006 feststellbare stetige Anstieg der durchschnittlichen Fehlzeiten um mehr als 5 Krankheitstage geht vor allem auf die Zunahme langfristiger und chronischer Krankheiten zurück.

Fehltage der BKK Mitglieder in Baden-Württemberg

Die pflichtversicherten BKK Mitglieder in Baden-Württemberg fehlten im Kalenderjahr 2013 an durchschnittlich 15,4 Tagen am Arbeitsplatz. Dieser Wert liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt und hebt sich als Spitzenreiter positiv von den Vergleichswerten aller anderen Bundesländer ab (Bundesländer Ost: 21,2 Tage/Bundesländer West: 17,4 Fehltage).

Freiwillig versicherte BKK Mitglieder waren in Baden-Württemberg sogar nur durchschnittlich 8,6 Tage im Kalenderjahr krank (Bund 9,1 Tage).

Bei BKK Versicherten ohne sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag die Quote bei 27,7 Tagen (Bund 27,1 Tage).

Krankheitsarten und deren Verbreitung in Baden-Württemberg

Die Fehlzeiten können anhand anonymisierter Diagnosen verschiedenen Krankheitsbildern zugeordnet werden. Dabei zeigt sich, dass fast 70 Prozent der angefallenen Krankheitstage auf nur vier Hauptdiagnosegruppen zurückzuführen sind.

Muskel- und Skeletterkrankungen machten 2013 wie schon in den Vorjahren den höchsten Anteil an der Summe aller Fehltage aus (25,2 Prozent). Im Bundesdurchschnitt begründete diese Diagnose bei jedem BKK Mitglied 3,9 berufliche Ausfalltage. In Baden-Württemberg waren es 3,3 AU-Tage.

An zweiter Stelle folgen Probleme oder Erkrankungen der Atemorgane (16,2 Prozent der Summe aller Fehltage). Auf diese Diagnose entfielen im Landesdurchschnitt 2,4 AU-Tage je pflichtversichertem BKK Mitglied. Der Vergleichswert des Bundes lag bei 2,6 Tagen.

„Psychische Störungen“ rangieren mit 14,7 Prozent der Summe aller Fehltage an dritter Stelle und verursachten 1,8 AU-Tage im Landes- sowie 2,3 AU-Tage im Bundesdurchschnitt.

„Verletzungen und Vergiftungen“ (11,7 Prozent der Summe aller Fehltage) schlagen sich schließlich mit durchschnittlich 1,5 AU-Tagen je Mitglied in der Statistik nieder (Bund: 1,8 Tage).

Regionale Unterschiede innerhalb Baden-Württembergs

In Baden-Württemberg führen die Postleitzahlenbezirke Heidenheim (17,9 AU-Tage je pflichtversichertem BKK Mitglied), Mannheim (17,7 Tage) sowie der Rhein-Neckar-Kreis (17,4 Tage) den Vergleich der regionalisierten Fehlzeitenstatistik mit den höchsten Werten an.

Demgegenüber sind die Menschen in Heidelberg, in Freiburg im Breisgau, in Esslingen, in Ravensburg und in Tübingen augenscheinlich überdurchschnittlich vital und gesund. Hier lagen die AU-Tage je pflichtversichertem BKK Mitglied sämtlich unterhalb der Marke von 14 Tagen. 

BKK Gesundheitsreport 2014

Mit dem diesjährigen Schwerpunktthema „Gesundheit in Regionen“ ist der Report erstmals in Buchform erschienen. Neben Analysen zum Arbeitsunfähigkeitsgeschehen, zur ambulanten Versorgung und zu den Arzneimitteldaten finden sich in den einzelnen Kapiteln zahlreiche regionale Betrachtungen zu verschiedensten Aspekten und Bereichen. Nicht zuletzt ist zu erwähnen, dass zahlreiche Gastautoren den Report mit ihren Beiträgen zum Schwerpunktthema aus den Blickwinkeln Politik, Wissenschaft und Wirtschaft/Praxis inhaltlich bereichern. Mithilfe der vorliegenden regionalen Betrachtung ist zum Beispiel eine zielgenauere Planung von Präventions- und Gesundheits-förderungsmaßnahmen möglich.