Tatort Niere

Stuttgart, 10. März 2016

Auftakt der neuen BKK-Präventionskampagne

Erstes Programm zur Prävention von Nierenerkrankungen in Deutschland

(BKK LV Süd) – Als erste Kassenart in Deutschland starten die Betriebskrankenkassen in Kooperation mit der Deutschen Nierenstiftung am heutigen Weltnierentag die neue Präventionskampagne „TATORT NIERE“.

Rund 5 Millionen Menschen in Deutschland haben eine Chronische Nierenerkrankung (CKD) – doch die wenigsten wissen davon. Die Folgen dieser unbekannten Volkskrankheit sind für Betroffene, Unternehmen, Gesellschaft und die Krankenversicherung gravierend: So entstehen allein den Krankenkassen jedes Jahr Kosten von ca. 3 Milliarden Euro.

Mit „TATORT NIERE“ realisieren der BKK Landesverband Süd und die Deutsche Nierenstiftung eine mehrjährige Kampagne. Sie will – u.a. im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung – über die Gefahren und Risiken einer Nierenerkrankung aufklären, aber auch auf die Chancen und Möglichkeiten durch Prävention hinweisen. Schirmherrin ist die bekannte Schauspielerin und Drehbuchautorin Anke Sevenich.

Die Gefahr, an einer Niereninsuffizienz zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Deshalb ist Prävention und Früherkennung von Nierenerkrankungen besonders für Menschen im mittleren bzw. berufstätigen Alter wichtig. „Das neue Präventionsgesetz lässt den Unternehmen an zahlreichen Stellen eine besondere Bedeutung zukommen, denn in der Lebenswelt Betrieb können wir Versicherte im mittleren Alter besonders gut erreichen“, so Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd. „Leider werden die Maßnahmen der Individualprävention sowie die Check-ups der Krankenkassen von Berufstätigen aus Zeitgründen oft nur wenig genutzt. Wenn nun in Kooperation mit den Unternehmen Angebote zur Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz wahrgenommen werden können, ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung – für den Versicherten, aber auch für den Arbeitgeber, der so gleichermaßen einen Beitrag zur Gesunderhaltung seiner Mitarbeiter, wie zur Stärkung seines Betriebes leistet.“

„TATORT NIERE“ ist ein Meilenstein für die Nierengesundheit in Deutschland“, so Prof. Dr. Werner Riegel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Nierenstiftung und Klinikdirektor. „Auf so breiter Basis wurde bisher noch nie über das Hochleistungsorgan Niere informiert sowie für Prävention und Früherkennung geworben.“

„Nierenerkrankungen stehen immer erst dann auf der Agenda, wenn der schlimmste Fall eingetreten und eine Dialyse oder sogar eine Transplantation notwendig wird“, ergänzt Jacqueline Kühne. Dabei lasse sich eine Schädigung der Nieren durch Prävention vermeiden oder durch Vorsorge­untersuchungen bereits früh erkennen und durch einen gesunden Lebensstil erfolgreich aufhalten. „Gerne sprechen wir bei der Früherkennung umgangssprachlich von ‚auf Herz und Nieren geprüft‘ – für das Herz stimmt das in der Regel auch, aber die Nieren kommen häufig zu kurz. Das wollen wir ändern.“    

Hintergrund: CKD – die unbekannte Volkskrankheit
Nach vorsichtigen Schätzungen leiden rund 5 Millionen Menschen in Deutschland unter einer Chronischen Nierenerkrankung (CKD). Davon sind auch schon junge Menschen im Berufsleben betroffen. Nach einer aktuellen repräsentativen Studie wissen mehr als 70 Prozent der Betroffenen nichts von ihrer Erkrankung. Von denen, die davon wissen, befinden sich nur zwei Drittel in ärztlicher Behandlung. Die Folgen sind erheblich. Denn CKD ist ein Hochrisikofaktor für den Gesundheitszustand allgemein und für kardiovaskuläre Ereignisse bzw. Mortalität im Speziellen. So belegen aktuelle wissenschaftliche Unter­suchungen, dass durch CKD ein größeres Risiko besteht, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, als etwa durch Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Rauchen. Entsprechend wichtig sind die frühe Erkennung und die frühe Behandlung – vor allem auch, um aus einer Niereninsuffizienz resultierenden Stoffwechselkomplikationen entgegenzuwirken. Dies führt zu längerem Überleben, verhindert einen frühzeitigen Dialysebedarf und reduziert die Behandlungskosten. Wie sehr die Behandlungskosten je Fall mit fortschreitender Erkrankung steigen, zeigen Daten aus den USA. Sie erhöhen sich beim Übergang der Nierenerkrankung von einem Stadium ins folgende überproportional
• CKD-Stadium 1 → 2:               ca. 5.000,- USD/Jahr
• CKD-Stadium 3 → 4:              ca. 15.000,- USD/Jahr
• CKD-Stadium 5 (Dialyse):       ca. 70.000,- USD/Jahr
Diese US-Zahlen dürften für Deutschland vergleichbar sein. Die Früherkennung einer Chronischen Nierenerkrankung ist insbesondere durch den Check-up 35 sehr gut möglich.

Der BKK Landesverband Süd
Der BKK Landesverband Süd ist der Dachverband von 29 Betriebskrankenkassen mit Sitz in Baden-Württemberg und Hessen. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts engagieren wir uns für deren Belange und die Interessen der Gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt. Mit Standorten in Kornwestheim und Frankfurt sind wir regionaler Ansprechpartner der Sozialpartner, der Patientenvertreter und der Gesundheitspolitik.

Der BKK Landesverband Süd hat mit verschiedenen Kooperationspartnern spezielle Präventionsprogramme entwickelt.

Die Deutsche Nierenstiftung
Die Deutsche Nierenstiftung ist seit 1997 erfolgreich in den Bereichen
• Forschung fördern
• Betroffene unterstützen
• Öffentlichkeit informieren
tätig. Jeden Monat nutzen mehr als 70.000 Menschen die Informationsangebote der Stiftung, die unabhängig und ohne Zuschüsse arbeitet.