Baden-Württemberger bundesweit
am wenigsten krank

Kornwestheim, 30. November 2016

 

Große Unterschiede in den Landkreisen

(BKK LV Süd) – Im Jahr 2015 wurden die BKK Mitglieder in Baden-Württemberg durchschnittlich 13,2 Tage arbeitsunfähig krankgeschrieben. Dabei geht fast jeder vierte AU-Tag auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen (24,2%), gefolgt von Atemwegserkrankungen (18,4%) und Psychischen Störungen (14,0%). Damit liegt Baden-Württemberg nicht nur deutlich unter dem Bundesschnitt von 15,4 AU-Tagen, sondern gleichzeitig an der Spitze aller Bundesländer. Der leichte Anstieg der Krankschreibungen gegenüber dem Jahr 2014 (13,1 AU-Tage je Mitglied) geht auf die starke Grippewelle Anfang des letzten Jahres zurück.

Besonders auffällig ist die vergleichsweise geringe Krankheitsbelastung der Baden-Württemberger bei Stoffwechselerkrankungen und Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems. Zudem sind in Baden-Württemberg mit 1,6 Krankenhaustagen je Versichertem auch die wenigsten stationären Behandlungen bundesweit zu verzeichnen; der Bundesschnitt liegt bei 1,9 Tagen.

Das geht neben vielen anderen interessanten Informationen aus den aktuellen Daten des BKK Gesundheitsreports 2016 hervor, der unter anderem die Arbeitsunfähigkeitsdaten des Jahres 2015 von 4,8 Millionen BKK Mitgliedern, davon mehr als 760.000 in Baden-Württemberg, ausgewertet hat

Große Spreizung innerhalb der Landkreise

Bezogen auf die Landkreise zeigt sich eine große Spreizung. Während Heidelberg mit 10,2 AU-Tagen je Mitglied rund ein Drittel unter dem Durchschnitt aller Bundesländer liegt, bewegen sich Mannheim und der Neckar-Odenwald-Kreis mit 15,6 bzw. 16,2 AU-Tagen am anderen Ende der Skala sogar oberhalb des Bundesdurchschnitts.

Eine Übersicht über alle Landkreise in Baden-Württemberg und einen Auszug der weiteren Feststellungen des BKK Gesundheitsreports 2016 für Baden-Württemberg finden Sie in der Anlage.

Die Gründe für die großen Unterschiede bei den Arbeitsunfähigkeitszeiten in den Regionen liegen zum Beispiel in der Wirtschaftsstruktur und den daraus resultierenden Arbeitsbedingungen sowie in der Alters- und Geschlechtsstruktur der Bevölkerung.

So stellt der BKK Gesundheitsreport 2016 für die Bundesebene fest, dass Reinigungskräfte mit durchschnittlich 23 Fehltagen doppelt so lange krank sind, wie Beschäftigte in den Bereichen Recht und Verwaltung sowie Medienberufe mit jeweils rund 13 Krankheitstagen; Beschäftigte im IT-Bereich waren im Schnitt nur 12 Tage krank gemeldet.

Datenschatz BKK Gesundheitsreport

Die Betriebskrankenkassen analysieren seit 40 Jahren die Krankheitsdaten ihrer Versicherten. So betrachtet der BKK Gesundheitsreport 2016 die Daten von 9,3 Millionen Menschen bundesweit, darunter 4,4 Millionen Beschäftigte. Hier sind nicht nur Fehlzeiten, sondern auch Kennzahlen zur ambulanten und zur stationären Versorgung sowie zu den Arzneimittelverordnungen zu finden.