Experten beraten über Gesundheitschancen und Zielgenauigkeit des Gesundheitswesens

Frankfurt, 13. September 2017

Beim BKK Thementag Gesundheit prämieren Betriebskrankenkassen wissenschaftliche Arbeiten zum Thema „Armut und Gesundheit“

(BKK LV Süd) – Am Mittwoch, 13.09.2017 fand im Frankfurter Kunstverein der BKK Thementag Gesundheit mit renommierten Experten und einem hochkarätigen Fachpublikum statt. Im Rahmen dessen wurde auch der 16. BKK Innovationspreis Gesundheit vergeben, mit dem in diesem Jahr Hochschulabsolventen für Arbeiten zum Schwerpunktthema „Armut und Gesundheit“ ausgezeichnet wurden.

Dafür, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status einer Person und ihren Gesundheitschancen gibt, existieren mittlerweile zahlreiche statistische Belege. So betragen die Unterschiede in der Lebenserwartung zwischen der niedrigsten und der höchsten von fünf Einkommensgruppen ausweislich der Gesundheitsberichterstattung des Bundes bei Frauen 8,4 Jahre und bei Männern 10,8 Jahre. Zudem geht ein niedriger sozioökonomischer Status häufiger mit Krankheiten wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und Depression einher. Darüber hinaus treten bei sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen häufiger Entwicklungsrisiken wie ungesunde Ernährung, Übergewicht oder Verhaltensauffälligkeiten auf.

Angesichts dessen erklärte Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd in ihrer Begrüßung: „Unser Gesundheitssystem schreibt sich auf die Fahnen, unabhängig vom sozialen Status einen gleichen Zugang zu Vorsorge und Behandlung zu gewährleisten. Es ist damit neben vielen anderen Aspekten ein wichtiger Baustein für den gesellschaftlichen und sozialen Frieden hierzulande. Vor diesem Hintergrund kommen wir nicht umhin, uns auch mit der Frage zu befassen, wie wir die gesundheitliche Chancengleichheit der Menschen weiter stärken können.“ Die Betriebskrankenkassen seien insoweit gerne bereit, sich an intelligenten Lösungen und zielgerichteten Versorgungsangeboten zu beteiligen. Dabei komme es zentral auf ein koordiniertes Zusammenwirken der verschiedenen Sozialversicherungsträger und der Kommunen an, um auch Zielgruppen, die tendenziell am Rand der Gesellschaft stehen, erreichen zu können.

Im Fortgang der Veranstaltung erörterten dann Stadtrat Stefan Majer, Dezernent für Personal und Gesundheit der Stadt Frankfurt am Main, Prof. Dr. med. Dipl. Soz.-päd. Gerhard Trabert von der Hochschule RheinMain sowie Prof. Dr. Rolf Rosenbrock, Vorsitzender des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes – Gesamtverband e.V., mit welchen Herausforderungen es verbunden ist und welche Möglichkeiten bestehen, die gesundheitliche Situation von Menschen in Armut zu verbessern.

An die lebhafte Diskussion schloss sich die Verleihung des BKK Innovationspreises 2016 an. Der erste Preis ging an Tanja Krause, die das Studium an der Universität zu Köln mit ihrer Masterarbeit „Gesundheit – Behinderung – Teilhabe. Soziale Ungleichheit in der gesundheitlichen Versorgung von Menschen mit Behinderungen“ abschloss. Den zweiten Platz belegte Irene Moor von der Universität Halle-Wittenberg mit ihrer Dissertation „Gesundheitliche Ungleichheiten im Kindes- und Jugendalter: Trends und Mechanismen“. Den dritten Platz erlangte schließlich Janina Schratt, die an der Philipps-Universität Marburg die Übersichtsarbeit mit dem Titel „Der Einfluss des sozioökonomischen Status (SES) auf das psychische Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen – eine systematische Übersichtsarbeit“ verfasste.

In den anliegenden Abstracts sind die prämierten Arbeiten ausführlicher dargestellt.

Der BKK Innovationspreis ist mit insgesamt 5.000 EUR dotiert und wird von einer fachkundigen Jury aus Wissenschaft und Gesundheitspraxis begleitet. Der BKK Landesverband Süd versteht ihn als „Plattform für den Wissenstransfer“.Mit ihrem Innovationspreis fördern die Betriebskrankenkassen bereits seit 2001 studentische Abschlussarbeiten aus dem Bereich des Gesundheits- und des Pflegewesens mit wechselnden Schwerpunktthemen.