BKK Gesundheitsreport 2017 mit dem Schwerpunkt Digitale Gesundheit vorgestellt

Kornwestheim, 28. November 2017

 

Digitalisierung und Technisierung führen auch in Baden-Württemberg zu nachhaltigen Veränderungen im Krankheitsgeschehen

(BKK LV Süd) – Heute ist in Berlin der BKK Gesundheitsreport 2017 vorgestellt worden. Er setzt einen Schwerpunkt beim Thema „Digitale Arbeit – Digitale Gesundheit“ und wird begleitet von einer Versichertenbefragung unter 3.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.

Der digitale und technologische Wandel in der Arbeitswelt ist ein Flächenphänomen

Für mehr als jeden zweiten Beschäftigten (52,5%) bundesweit ist die Digitalisierung fester Bestandteil der Arbeit, für weitere 38,5% spielen die „neuen Werkzeuge“ zumindest zeitweise eine wichtige Rolle. Das führt dazu, dass 40% der Befragten angeben, dass sie Arbeiten schneller erledigen und zunehmend mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Bei 5% findet fast täglich eine dienstliche Kommunikation auch in der Freizeit statt. So verwundert es wenig, dass mehr als jeder Fünfte angibt, durch die Digitalisierung ausgebrannt bzw. überlastet zu sein. Zudem befürchten 38% der Befragten, dass die Digitalisierung zu einem Wegfall von Arbeitsplätzen führt.

Gleichzeitig profitieren die Belegschaften allerdings auch von Digitalisierung und Technisierung: Tätigkeiten, die vormals stark körperlich belastend waren, werden zunehmend reduziert oder fallen ganz weg. So übernehmen das Heben und Tragen schwerer Lasten heute vielfach technische Hilfsmittel oder autonome Maschinen.

Die Arbeitswelt 4.0 erfordert auch ein Betriebliches Gesundheitsmanagement 4.0

Vor diesem Hintergrund ist es nach Ansicht von Jacqueline Kühne, Vorstand des BKK Landesverbandes Süd unerlässlich, auch die Strukturen des betrieblichen Gesundheitsmanagements weiterzuentwickeln: „Weil ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz allein der zunehmenden Arbeitsverdichtung und der ständigen Verfügbarkeit nicht entgegenwirken kann, bedarf es zukünftig eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, das auch die gesundheitlichen Herausforderungen der Digitalisierung vorausdenkt und gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen schafft. Die Betriebskrankenkassen engagieren sich dazu in der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) und im Projekt Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt (psyGA).“

Krankheitsgeschehen in Baden-Württemberg entwickelt sich weit unterdurchschnittlich

Insgesamt wurden im Jahr 2016 die BKK Mitglieder in Baden-Württemberg durchschnittlich 14,7 Tage arbeitsunfähig krankgeschrieben. Dabei geht fast jeder vierte AU-Tag auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen (24,9%), gefolgt von Psychischen Störungen (15,7%) und Atemwegserkrankungen (15,4%). Damit liegt Baden-Württemberg nicht nur deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 17,3 AU-Tagen, sondern auch an der Spitze aller Bundesländer.

Gegenüber dem Vorjahr hat die durchschnittliche Arbeitsunfähigkeit in Baden-Württemberg um 1,5 Tage (12,0%; Bund: 2 Tage/13,1%) zugenommen; dabei weisen die psychischen Erkrankungen einen überproportionalen Zuwachs von mehr als 25% auf und schieben sich vom dritten auf den zweiten Platz der häufigsten Arbeitsunfähigkeitsanlässe.

Das geht neben vielen anderen interessanten Informationen aus den aktuellen Daten des BKK Gesundheitsreports 2017 hervor, der unter anderem die Arbeitsunfähigkeitsdaten des Jahres 2016 von 4,5 Millionen BKK Mitgliedern, davon fast 780.000 in Baden-Württemberg, ausgewertet hat.

Große Spreizung innerhalb der Landkreise

Bezogen auf die Landkreise zeigt sich eine große Spreizung. Während Freiburg im Breisgau mit 11,4 AU-Tagen je Mitglied um mehr als ein Drittel unter dem Durchschnitt aller Bundesländer liegt, bewegt sich Mannheim mit 17,4 AU-Tagen am anderen Ende der Skala sogar oberhalb des Bundesdurchschnitts.

Eine Übersicht über alle Landkreise in Baden-Württemberg und einen Auszug der weiteren Feststellungen des BKK Gesundheitsreports 2017 für Baden-Württemberg finden Sie in der Anlage.

Datenschatz BKK Gesundheitsreport

Die Betriebskrankenkassen analysieren seit 40 Jahren die Krankheitsdaten ihrer Versicherten. So betrachtet der BKK Gesundheitsreport 2017 die Daten von 9,4 Millionen Menschen bundesweit, darunter 4,5 Millionen Beschäftigte. Hier sind nicht nur Fehlzeiten, sondern auch Kennzahlen zur ambulanten und zur stationären Versorgung sowie zu den Arzneimittelverordnungen zu finden.