Betriebskrankenkassen wirtschaften solide und vorausschauend

Kornwestheim, 10. Dezember 2018

Betriebskrankenkassen wirtschaften solide und vorausschauend

Zur Diskussion um die Rücklagen bei Krankenkassen bezieht der BKK Landesverband Süd Stellung

(BKK LV Süd) – „Krankenkassen sind keine Sparkassen“. Um diesen Satz ist anlässlich der Veröffentlichung der aktuellen Quartalszahlen von Krankenkassen eine erneute Diskussion entbrannt. Die Betriebskrankenkassen aus Baden-Württemberg und Hessen mahnen eine sachliche und differenzierte Betrachtungsweise in diesem Zusammenhang an. Betriebskrankenkassen häufen kein Vermögen an – es geht vielmehr um eine vorausschauende und solide Finanzplanung, um Risiken, wie teure Leistungsfälle abfedern zu können. Gerade bei mittleren und kleinen Betriebskrankenkassen mit weniger als 100.000 Versicherten sind deshalb höhere Rücklagen notwendig als die gesetzlich vorgeschriebene Mindesthöhe von einem viertel der Monatsausgabe. Vor diesem Hintergrund räumt der Gesetzgeber den Krankenkassen die Möglichkeit ein, in ihren Satzungen höhere Rücklagen bis zu einer Monatsausgabe zu bilden, die von den Aufsichtsbehörden auch genehmigt werden. „Für die Versichertengemeinschaften und die daran beteiligten Unternehmen muss eine entsprechende Risikoabsicherung eingeplant werden. Insofern möchten wir klarstellen, dass es hier nicht um die grundlose Anhäufung von Versichertengeldern geht, sondern um ein verantwortungsbewusstes Risikomanagement“, so Jacqueline Kühne, Vorstand beim BKK Landesverband Süd.

Insgesamt ist die Finanzausstattung der einzelnen Krankenkassen in Deutschland sehr unterschiedlich. Die Zuweisung und Höhe der Mittel aus dem Gesundheitsfonds an die Krankenkassen regelt der Risikostrukturausgleich. Hier besteht dringender Handlungsbedarf, den der Gesetzgeber auch erkannt hat – im Laufe des nächsten Jahres muss hierzu eine Reform verabschiedet werden. Derzeit gibt es die paradoxe Situation, dass Krankenkassen mit hohen Zusatzbeiträgen, Krankenkassen mit sehr niedrigen Zusatzbeitragssätzen und hohen Rücklagen subventionieren. „Das ist ein Mechanismus, der unbedingt korrigiert werden muss“, so Jacqueline Kühne weiter, und „Einige wenige Kassen profitieren massiv und erhalten mehr Mittel als sie für die Versorgung ihrer Versicherten benötigen – viele andere hingegen sind stark benachteiligt und müssen hohe Zusatzbeiträge erheben. Das muss wieder ins richtige Gleichgewicht gebracht werden.“

Information:

Der BKK Landesverband Süd nimmt die Interessen von 27 Betriebskrankenkassen und deren Pflegekassen mit Sitz in Baden-Württemberg und Hessen wahr. Hinter den Betriebskrankenkassen stehen namhafte und traditionsreiche Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Betriebskrankenkassen bilden neben der Knappschaft die älteste Form der solidarischen Krankenversicherung in der Geschichte Deutschlands. In Baden-Württemberg und Hessen leben 2,3 Mio. Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse versichert sind.