Finanzsituation bei Krankenkassen

Kornwestheim, 11. März 2019

Der BKK Landesverband Süd mahnt eine differenzierte Betrachtungsweise bei der Diskussion um die Vermögen bei Krankenkassen an.

(BKK LV Süd) – Nach den aktuell vorliegenden Quartalszahlen des 4. Quartals 2018 haben die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland im Jahr 2018 insgesamt einen Überschuss von rund 2 Milliarden Euro gemacht. Das Gesamtvermögen aller Krankenkassen beträgt danach rund 21 Milliarden Euro. Die aktuellen Meldungen suggerieren, dass alle Krankenkassen überproportionale Rücklagen vorhalten würden und diese nicht in Form von Beitragssatzsenkungen an ihre Versicherten weitergeben. Für die Betriebskrankenkassen kann dies keineswegs so stehen bleiben. Von den 2 Milliarden Überschuss in 2018 entfallen auf die Betriebskrankenkassen aus Baden-Württemberg und Hessen, die dem BKK Landesverband Süd angehören, insgesamt 18 Millionen Euro. Das zeigt, dass die Finanzmittel bei den Krankenkassen sehr unterschiedlich verteilt sind.

„Dies ist eine Folge der derzeitigen Ausgestaltung und Wirkungsweise des Morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (Morbi-RSA), der in den letzten Jahren bestimmte Krankenkassen über deren Finanzbedarf hinaus mit Mitteln ausgestattet hat, was im Ergebnis zu sehr unterschiedlichen Vermögenslagen bei den Krankenkassen geführt hat. Die Reform des Morbi-RSA steht als nächstes gesundheitspolitisches Gesetzespaket in den Startlöchern und wird in Kürze erwartet. Diese Reform muss die ungleiche und wettbewerbsverzerrende Verteilung der Finanzmittel beseitigen und wieder faire Wettbewerbsbedingungen für alle Krankenkassen herstellen“ so Jacqueline Kühne, Vorstand beim BKK Landesverband Süd.

Weiter muss bei der Betrachtung der Finanzsituation der Krankenkassen beachtet werden, dass sich die gesamtwirtschaftliche Lage beginnt einzutrüben, was auch Auswirkungen auf die Beitragseinnahmen haben wird. Zudem wurden bereits in der letzten und der aktuellen Legislaturperiode eine Vielzahl von gesundheitspolitischen Maßnahmen beschlossen, die zusätzlich die Finanzen der Krankenkassen belasten werden. Das alles muss berücksichtigt werden. „Die Betriebskrankenkassen, die sehr eng mit der Wirtschaft und deren Unternehmen verbunden sind, stehen für eine nachhaltige und langfristige Finanzplanung, die nach den rechtlichen Rahmenbedingungen und in Abstimmung mit den Aufsichtsbehörden erfolgt“ so Jacqueline Kühne weiter.

Information:

Der BKK Landesverband Süd nimmt die Interessen von 26 Betriebskrankenkassen und deren Pflegekassen mit Sitz in Baden-Württemberg und Hessen wahr. Hinter den Betriebskrankenkassen stehen namhafte und traditionsreiche Unternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen. Betriebskrankenkassen bilden neben der Knappschaft die älteste Form der solidarischen Krankenversicherung in der Geschichte Deutschlands. In Baden-Württemberg und Hessen leben 2,3 Mio. Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse versichert sind.