Informationen zum Kassenwahlrecht

Seit dem 1. Januar 1996 können grundsätzlich alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung ihre Krankenkasse frei wählen.

Allerdings sind nicht alle Krankenkassen für jedes Mitglied wählbar. So gibt es Betriebskrankenkassen, die nur für bestimmte Bundesländer geöffnet sind, andere sind nur für Mitarbeiter der Unternehmen zugänglich, für die sie gegründet wurden.

An die ausgewählte Krankenkasse ist das Mitglied grundsätzlich 18 Monate gebunden. Bei Abschluss bestimmter Wahltarife verlängert sich die Bindungsfrist auf drei Jahre. Nach Ablauf dieser Fristen ist ein Wechsel in eine andere Kasse zum Ablauf des übernächsten auf die Kündigung folgenden Kalendermonats ohne Angabe von Gründen möglich.

Für beitragsfrei mitversicherte Angehörige in der Familienversicherung gilt die Wahlentscheidung des hauptversicherten Mitglieds.

Kassenwechsel

Erhebt die Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie ihren Zusatzbeitragssatz, kann die Kündigung der Mitgliedschaft bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird. Dieses Sonderkündigungsrecht gilt nicht für die Mitglieder, die bestimmte Wahltarife abgeschlossen haben. Die Krankenkasse hat ihre Mitglieder spätestens einen Monat vor der erstmaligen Erhebung eines Zusatzbeitrages oder vor der Erhöhung des Zusatzbeitragssatzes in einem gesonderten Schreiben auf das Sonderkündigungsrecht hinzuweisen.

Eine Kündigung der Mitgliedschaft wird nur wirksam, wenn das wechselwillige versicherungspflichtige Mitglied der zur Meldung verpflichteten Stelle (z. B. Arbeitgeber, Bundesagentur für Arbeit, Rentenversicherungsträger) die Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse nachweist. Freiwillige Mitglieder müssen die Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall (z. B. einer privaten Krankenversicherung) gegenüber ihrer bisherigen Krankenkasse nachweisen. Der Nachweis muss jeweils bis zum Ende der Kündigungsfrist vorgelegt worden sein. Wird diese Frist versäumt, verbleibt es bei der Mitgliedschaft in der bisherigen Krankenkasse und diese muss ggf. erneut gekündigt werden; dabei beginnt auch die Kündigungsfrist neu zu laufen.