bauchgefühl

Initiative zur Prävention von Essstörungen bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Essstörungen gehören in westlichen Gesellschaften zu den am weitesten verbreiteten psychosomatischen Erkrankungen. Dazu zählen Magersucht (Anorexia nervosa), Bulimie (Bulimia nervosa) und Binge-Eating-Störung (wiederkehrende Essanfälle ohne Erbrechen). Mischformen sind dabei häufig.

Gemeinsam ist allen Essstörungen, dass Essen für die Betroffenen zu einem psychosomatischen Problem geworden ist, oftmals verbunden mit körperlichen, psychischen und sozialen Konsequenzen. Die Prävalenz liegt bei Magersucht zwischen 0,5-1%, bei Bulimie sogar bei 2-4%. Hauptbetroffene sind in der Mehrzahl Mädchen und junge Frauen. Das Robert Koch-Institut konnte im Rahmen der KIGGS-Studie zeigen, dass nahezu jedes dritte Mädchen im Alter von 11 bis 17 Jahren Symptome einer Essstörung aufweist.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, ist eine primäre Prävention, die der Entstehung von Essstörung vorbeugt, unabdinglich.

Ziel

Mit Hilfe der Initiative bauchgefühl soll

  • primärpräventiv durch Informationen und Sensibilisierung Essstörungen vorgebeugt und
  • sekundärpräventiv über Beratungs- und Behandlungsangebote für bereits betroffene Jugendliche und junge Erwachsene dem Voranschreiten der Krankheit entgegengewirkt werden.
Internetauftritt

Auf www.bkk-bauchgefuehl.de wird informiert, sensibilisiert und beraten. Im Mittelpunkt stehen die lebendige Vermittlung von Inhalten sowie die Einbindung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit Hilfe von Videos, Audiosequenzen, Foren und Wettbewerben wird das Thema Essstörungen zielgruppengerecht aufgegriffen.

Unterrichtsprogramm

Zentraler Bestandteil der Initiative bauchgefühl ist das Unterrichtsprogramm für allgemeinbildende Schulen der Sekundarstufe 1. Es unterstützt Lehrerinnen und Lehrer dabei, das Thema Essstörungen im Unterricht und schulischen Alltag aufzugreifen. Zu den übergeordneten Zielen der insgesamt 20 Unterrichtssequenzen gehören u. a. die Förderung und Erhaltung eines gesunden Essverhaltens, die Entwicklung einer positiven Einstellung gegenüber dem eigenen Körper sowie die Stärkung und Stabilisierung des allgemeinen Selbstwertgefühls. Detaillierte Informationen zum Unterrichtsprogramm gibt es unter www.bkk-bauchgefuehl.de. Hier erfahren Sie auch, in welchen Bundesländern das Programm durchgeführt wird.

Seit Herbst 2014 ist in Baden-Württemberg und nach und nach auch in anderen Bundesländern ein spezielles Unterrichtsprogramm für Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen verfügbar: bauchgefühl für berufliche Schulen. Auf Initiative des BKK Landesverbandes Süd und des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg wird in diesem Programm, bestehend aus acht Unterrichtseinheiten, auf die besonderen Bedürfnisse dieser Schulform eingegangen. Da Schülerinnen und Schüler an der Schwelle zur Berufswelt besonderen Belastungen ausgesetzt sind, werden nicht nur die Schulen, sondern auch die Arbeitgeber in das Programm mit einer Broschüre speziell für Ausbilder einbezogen. Nähere Informationen zu diesem Programm erhalten Sie von Michael Untiet. Berufsschullehrer erhalten die Unterrichtsunterlagen im Rahmen von Fortbildungsveranstaltungen innerhalb des Präventionskonzeptes stark.stärker.WIR des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg.

Beratung

Obwohl die Initiative vorwiegend auf die Vermeidung von Essstörungen abzielt, soll den bereits erkrankten Jugendlichen der Einstieg in eine Behandlung erleichtert werden. Zu diesem Zweck wird über die Internetseite www.bkk-bauchgefuehl.de eine anonyme Beratung angeboten.

Träger des Projektes
  • BKK Landesverband Süd
  • Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg
  • Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg
Schirmherrschaft

Schirmherr ist Herr Minister Manfred Lucha, dem die Prävention und die Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen ein wichtiges Anliegen sind. Deshalb müssten Schule und Unterricht stets auch die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen mit im Blick haben. Die Initiative bauchgefühl der Betriebskrankenkassen sei ein lebendiges Beispiel dafür.